Nina Laakso: Die Bürger fordern mehr Transparenz und eine bessere Führung bei der Arbeit der finnischen Sportverbände

 

Reputation&Trust von T-Media wurden die Eindrücke und Meinungen der Finnen zu den wichtigsten Sportverbänden untersucht. Der Ruf der untersuchten Sportverbände reichte von gut bis schlecht, schreibt Nina Laakso, Seniorberaterin bei T-Media.

T-Median Reputation&Trust Die Studie zum Vereinswesen 2022 wurde auch in diesem Herbst wieder durchgeführt. Dieses Mal wurden auch das Vertrauen und das Ansehen finnischer Sportverbände in der breiten Öffentlichkeit umfassender als bisher untersucht. Für die Studie wurden drei Organisationen ausgewählt, die den gesamten finnischen Sport abdecken: das Finnische Olympische Komitee, das Finnische Paralympische Komitee sowie das Finnische Zentrum für Sportethik (SUEK).

Aus den Sportverbänden wurden die fünf Verbände ausgewählt, die im Jahr 2022 die meisten staatlichen Fördermittel erhalten hatten: der finnische Fußballverband, der finnische Turnverband, der finnische Eishockeyverband, der finnische Floorballverband sowie der finnische Sportverband.

Der Ruf der untersuchten Sportverbände schwankte zwischen gut und schlecht; keiner erreichte einen ausgezeichneten Ruf. Unter den Organisationen, die den gesamten Sportbereich abdecken, hatte das Paralympische Komitee einen guten Ruf (3,65), SUEK ry einen mäßigen (3,26) und das Olympische Komitee einen schwachen Ruf (2,90).

Der Ruf der Sportverbände schwankte zwischen gut und mittelmäßig. Den besten Ruf hatte der Floorballverband (3,59). Unsere Analysen zu den Sportverbänden basieren auf über 1.600 validierten Bewertungen, die von Bürgern abgegeben wurden.

Der Ruf der Sportverbände wurde Reputation&Trust von T-Media gemessen, bei dem der Ruf anhand von acht Faktoren bewertet wird: Verwaltung, Finanzen, Führung, Innovationskraft, Interaktion, Produkte und Dienstleistungen, Arbeitsplatz und Verantwortung. Die Ergebnisse der Datenanalyse wurden durch offene Antworten ergänzt.

Die Studie zeigt, dass Verantwortungsbewusstsein und Führungsqualitäten einen erheblichen Einfluss auf das Verhalten der breiten Öffentlichkeit gegenüber Sportorganisationen haben. Auch in unseren Studien zur Unternehmenswelt haben wir festgestellt, dass von den Akteuren heute weitaus mehr gefordert wird, ebenfalls in den Bereichen Verantwortung und Führung. Im Laufe des letzten Jahres hat sich Verantwortung in vielen unserer anderen Studien ebenfalls zu einem der wichtigsten Bereiche entwickelt.

Bei der Betrachtung der Ergebnisse der Sportverbände zeigt sich, dass die Bereiche „Reform“ und „Verwaltung“ die schlechtesten Bewertungen erhalten. Wirkungsanalysen belegen, dass genau diese Themen einen großen Einfluss auf das Vertrauen der Bürger in die Sportverbände haben. Das bedeutet, dass eine Veränderung des Ansehens in diesen Bereichen einen erheblichen Einfluss auf das Verhalten der Interessengruppen hat.

Ein erheblicher Teil der Finnen gehört auf die eine oder andere Weise zur Sportgemeinschaft – sei es durch eine Vereinsmitgliedschaft oder in einer anderen Funktion. Sportfunktionäre müssen sich bewusst sein, dass die Ansichten der Bürger zum Ansehen der Sportverbände und insbesondere zur Transparenz der Verwaltung sowie zur Erneuerung der Aktivitäten das Vertrauen maßgeblich beeinflussen. Dies ist eine sehr relevante Erkenntnis für die Sportgemeinschaft. Die Lebensfähigkeit der Sportarten wird dadurch gesichert, dass man den Aktivitäten vertraut; auf diese Weise werden Sportbegeisterte und neue Leistungssportler gewonnen sowie die Unterstützung durch deren Umfeld in Form von Vereinsbeiträgen und ehrenamtlichem Engagement.

 

Der Ruf der Organisationen, die den gesamten Sportbereich abdecken, schwankte stark

Im Handeln des Paralympischen Komitees kann der Sport als starke Wertegrundlage angesehen werden, die sich im Image eines verantwortungsvollen Handelns widerspiegelt. Aus diesem Grund genießt das Paralympische Komitee in der breiten Öffentlichkeit ein gutes Ansehen.

Die breite Öffentlichkeit schätzt den Ruf von SUEK als angemessen ein. Aus den offenen Antworten der Umfrageteilnehmer geht hervor, dass fast die Hälfte der Meinung war, SUEK könne sein Ansehen verbessern, indem es mehr Informationen über seine Aktivitäten veröffentlicht, eine offenere Kommunikation pflegt und eine transparentere sowie aktivere Interaktion umsetzt. Unsere Datenanalyse zeigt, dass die Offenheit der Aktivitäten und die Interaktion im Falle von SUEK ein bemerkenswert hohes Maß an Wirksamkeit erreichen.

Die breite Öffentlichkeit bewertete den Ruf des Olympischen Komitees als am schwächsten. Insbesondere im Hinblick auf das Olympische Komitee wurde festgestellt, dass Führung und Verwaltung erheblichen Verbesserungsbedarf aufweisen. Auch das Image als Arbeitgeber erfordert deutliche Verbesserungsmaßnahmen, da es bei den Reputationsbewertungen die zweitniedrigste Note erhielt.

Auch wenn das Ansehen des Olympischen Komitees in der Umfrage auf einem niedrigen Niveau blieb, ist bereits jetzt zu erkennen, dass der im Sommer neu ernannte Geschäftsführer die Zügel in die Hand genommen und durch einen anderen Führungsstil ein deutlich aktiveres und gesellschaftlich einflussreicheres Image geschaffen hat.

 

Sportverbände müssen in ihrer Arbeit das Vertrauen der Bürger verdienen

Die Sportverbände werden im Jahr 2024 aus dem Geltungsbereich des Gesetzes über die Verteilung der Glücksspielgewinne in die allgemeine staatliche Haushaltsfinanzierung übergehen. Es bestehen daher berechtigte Forderungen nach noch mehr Offenheit, Transparenz und Verantwortungsbewusstsein in der Arbeit sowie nach einer guten und kompetenten Führung.

Die Tätigkeit von Sportverbänden lässt sich gut mit beispielsweise staatlichen Stellen vergleichen, die ebenfalls öffentlich finanziert werden und daher sehr hohen ethischen und moralischen Anforderungen hinsichtlich ihrer Führung und ihrer verantwortungsvollen Arbeit unterliegen.

Wie die Studie zeigt, müssen Sportverbände durch ihre Arbeit das Vertrauen der Bürger verdienen. Im Sport muss man verstehen, dass durch eine offenere und transparentere Kommunikation über die eigene Tätigkeit das Vertrauen der Bürger in die eigene Arbeit gestärkt und eine stärkere Legitimation für öffentlich finanzierte Aktivitäten erreicht werden kann.

 

So gehen wir vor

Im Rahmen der Reputation&Trust Umfrage unter Organisationen und Verbänden wurde das Ansehen finnischer Organisationen in der breiten Öffentlichkeit untersucht. Unter den Sportorganisationen wurden drei sogenannte Dienstleistungsorganisationen, die den gesamten finnischen Sport abdecken, sowie fünf Sportverbände ausgewählt, die im Jahr 2022 die meisten staatlichen Fördermittel erhalten hatten.

Der Ruf der Sportverbände wurde Reputation&Trust gemessen, bei dem der Ruf anhand von acht Faktoren bewertet wird: Verwaltung, Finanzen, Führung, Innovationskraft, Interaktion, Produkte und Dienstleistungen, Arbeitsplatz und Verantwortung.

Die Datenerhebung für die Studie erfolgte vom 30. August bis zum 19. September 2022 mittels eines elektronischen Fragebogens. Insgesamt nahmen 3.496 Finnen an der Studie teil. Die Zielgruppe der Umfrage waren 15- bis 65-jährige Finnen landesweit (mit Ausnahme der Ålandinseln). Die Stichprobe wurde nach Geschlecht, Alter und Wohnort gewichtet, um die Bevölkerung repräsentativ abzubilden. Die statistische Fehlermarge des gesamten Datensatzes beträgt höchstens etwa 0,XX Prozentpunkte in beide Richtungen.

*Der ESG-Indikator von T-Media erfasst die Wahrnehmung der Umwelt- und gesellschaftlichen Verantwortung sowie der sozialen Verantwortung einer Organisation. ESG steht für „Environmental“, „Social“ und „Governance“.

 

Weitere Informationen zur Studie

 

Nina Laakso, Senior Advisor, T-Media Oy
+358 400 808 940
nina.laakso@reptrust-staging.fi-p.seravo.com

 

Harri Leinikka, Geschäftsführer, T-Media Oy
+358 40 505 5001
harri.leinikka@reptrust-staging.fi-p.seravo.com

 


Text: Nina Laakso

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